Bedingungsloses Grundeinkommen

Immer wieder, gerade eben in einem Telefonat, erzählt mir jemand, dass das BGE eine super Idee sei. Nein, ist es nicht.

Zunächst die Frage, woher soll das kommen?

Soll es als zusätzliches Geld in den Markt geworfen werden? In dem Fall steigt die Inflation bzw. die Preise für alle um genau den Teil, der als zusätzliche Geldmenge emittiert wird, denn exakt das ist das Herstellen von Inflation. Genau so inflationiert man, und die Wirkung verpufft.

Soll es als Umverteilung gebaut werden? Dann muss man es jemandem Wegnehmen. Nach Lage der Dinge müsste man bei einem BGE von 1.000 € pro Kopf zuvor rund 82.000.000.000 € von den rund 40.000.000 Steuerzahlern einsammeln, pro Nase ungefähr 2.000 € zusätzlich, und das jeden Monat. Da werden die sich bedanken.

Hier die aktuellen Zahlen zum Durchschnittsgehalt:
https://de.statista.com/themen/293/durchschnittseinkommen/, abgerufen am 06.01.2018

Kann man doch Vermögenssteuern machen, sollen das doch die Reichen zahlen!

Info: die Vermögenssteuer ist abgeschafft und NIEMAND wird sie wieder einführen. Völlig egal, was die SPD verspricht. Eher fährt ein Fisch mit einem Fahrrad! Und es würde nicht mal reichen!

Dazu auch: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-01/vermoegensteuer-ungleichheit-reichtum-studie, abgerufen am 06.01.2018

Aber nehmen wir einmal an, das BGE käme. Jeder bekäme 1.000 € im Monat, keine anderen Sozialleistungen mehr, alle vom Baby bis zum Greis, kein Kindergeld, kein Krankengeld, keine Renten und Pensionen, kein Arbeitslosengeld, kein Hartz IV. Aber auch keine Krankenkosten mehr, das Krankenhaus muss man dann selber zahlen.

Aktuell werden rund 918.000.000.000 € pro Jahr an Transferzahlungen geleistet, was einer Quote von 29,3 % vom BIP entspricht. Nach dem Modell des 1.000 € BGE würde dies auf 984.000.000.000 € steigen, was kein dramatischer Anstieg wäre.

Siehe auch: http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/tabII1.pdf, abgerufen am 06.01.2018

Aber, und jetzt kommt das ganz große aber, es hätte zur Folge, dass sich die Zahlungen von der Produktion entkoppeln.

Das mag eine schöne Idee sein, dass man dann Trommeln bauen kann, für schönes Wetter meditieren oder sonst was tun kann, so jeder nach seinen Neigungen, nur letztlich muss die Produktion sicher gestellt werden.

Das BGE dürfte aber dazu führen, dass viele die Arbeitszeit reduzieren und trotzdem ihr Geld bekommen, die Produktivität wird aber steil nach unten sinken.

Und dann geht es wie in der DDR: du hast zwar Geld, kannst aber nix dafür kaufen! Weil nix da ist, was man dafür kaufen kann.

Und das ist auch die größte Gefahr, wenn alle Trommeln bauen oder Bäume umarmen, für den Weltfrieden stricken oder Menstruationskunst erzeugen – irgendwer muss säen und ernten, einer muss die Autos bauen, jemand muss das Brot backen, einer die IT am Laufen halten.

 

 

 

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Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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21 Antworten zu Bedingungsloses Grundeinkommen

  1. wolli schreibt:

    „Immer wieder, gerade eben in einem Telefonat, erzählt mir jemand, dass das BGE eine super Idee sei. Nein, ist es nicht.“
    Doch, ist es!
    In den nächsten Jahrzehnten werden immer Arbeiten, die heute noch von Menschen ausgeführt werden, durch sich selbst programmierende Maschinen übernommen werden. Damit werden vor allem geringer qualifizierte Arbeitskräfte in größerem Umfang freigesetzt werden. Die aufwändige und schon jetzt mit relativ hohen Kosten verbundene Betreuung der Arbeitssuchenden steigt damit und wird irgendwann einen Punkt erreichen an welchem diese Kosten nicht mehr tragbar sind, da es für diese Menschen einfach nicht mehr genügend wertschöpfende Arbeit gibt. Hinzu kommt, dass zukünftig ein Großteil dieser Arbeiten in Asien ausgeführt werden wird.
    Zur Finanzierung des BGE gibt es verschiedene Berechnungen und Modelle. Man braucht dazu nur mal zu googeln.

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    • osthollandia schreibt:

      Lieber wolli,
      das habe ich getan. Der Punkt bleibt bei allen Modellen – die Zahlungen werden von der Produktivität abgekoppelt. Das ist das Modell DDR. Da bekam auch jeder einen Lohn, ob der jetzt produktiv war oder nicht.
      Die DDR ist zusammengebrochen, es ist bewiesen das es nicht funktioniert.

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      • Terranova Laetitia schreibt:

        Wora misst du „Erfolg“? An Finanzen? Die DDR hatte absolut und relativ gesehen weniger Schulden als die BRD.

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      • osthollandia schreibt:

        Den Erfolg messe ich daran, ob eine optimale Versorgung der Bevölkerung gegeben ist oder auch nicht. Und das ist nach meiner Meinung schon jetzt nicht der Fall. Nicht jeder kann ins Kino gehen, nicht jeder sich das Schwimmbad leisten usw.

        Wenn das BGE wie hier angenommen (das ist ja nur ein Gedankenmodell) ALLE anderen Leistungen ablöst, wer kann sich dann noch eine Krebsbehandlung leisten?

        Und in der Sekunde, wo Du die Einkommen von der Produktivität abkoppelst, musst Du überlegen, wer denn den Krempel produzieren soll, der mit dem BGE gekauft werden muss.

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      • Klartexter schreibt:

        Daß die DDR zusammengebrochen ist ist ein Fakt. Daß das Einkommen in der DDR von der Produktivität abgekoppelt war, ist nicht völlig falsch, aber auch alles andere als richtig. Aber selbst wenn, dann wäre es eine Korrelation und nicht zwingend eine Kausalität.

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      • Aufgewachter schreibt:

        Wenn alle Unternehmer es geschafft haben die menschliche Arbeitskraft durch Roboter aus ihren Unternehmen zu drängen, woher bekommen die Menschen dann das Geld, um sich diese Produkte kaufen zu können?

        Ohne ein Bedingungsloses Grundeinkommen werden alle Unternehmer auf ihren Waren sitzen bleiben müssen.

        Wovon will der BGE-Gegner Christoph Butterwegge leben, wenn alle Unternehmer die menschliche Arbeitskraft durch Roboter ersetzt haben? / Umfrage
        https://aufgewachter.wordpress.com/2017/06/14/wovon-will-der-bge-gegner-christoph-butterwegge-leben-wenn-alle-unternehmer-die-menschliche-arbeitskraft-durch-roboter-ersetzt-haben/

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      • Aufgewachter schreibt:

        Die EU ruiniert nicht den Sozialstaat, sondern die EU baut gerade einen asozialen Staat auf, wo jeder EU-Einwohner per Zwangsverfügung (Eingliederungsverwaltungsakt des SGB II) von der Agentur für Arbeit über ihre einstigen Tochterunternehmen (Personalserviceagenturen), jetzt Zeitarbeitsunternehmen genannt, an Unternehmen verliehen werden kann. Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen und kein Dach über dem Kopf haben, sprich der bekommt auch keine Sozialleistungen, die übrigens für ein würdevolles soziales Leben viel zu gering sind. Asozialer geht es ja wohl kaum noch.

        Unter den arbeitenden Deutschen gibt es einen Teil, der gönnt noch nicht einmal seinen eigenen Landsleuten die Grundsicherung für Erwerbsfähige bzw. für Erwerbsunfähige. Ebenfalls unter den arbeitenden Deutschen gibt es einen Teil, der gönnt diesen Schwächsten auch keine repressionsfreie Grundsicherung. Die arbeitenden Deutschen zeigen also auch noch asoziales Verhalten untereinander gegenüber den Schwächsten ihrer eigenen Landsleute an. Ja und selbst dann noch, wenn alle einschließlich sie selbst ein Bedingungsloses Grundeinkommen bekämen, würde sie ihre Meinung nicht ändern und zeigen somit ein asoziales Verhalten gegenüber sich selbst an! Dieses asoziale Vehalten gegenüber den eigenen Mitmenschen ist übrigens mit eine der Gründe dafür warum Deutschland jetzt ein asozialer Staat ist. Dafür Bedarf es keiner Einwanderung mehr. Das Problem ist nicht die Zuwanderung, denn die Probleme, die jetzt da sind, hatten wir bereits auch ohne Zuwanderung. Die geplante Zuwanderung wird nur als Vorwand benutzt, um von den wahren Problemen abzulenken. Solange die Deutschen die wahren Ursachen der Probleme nicht angehen, solange wird Deutschland immer asozialer werden, wie die Prämien für Agenturleiter der Jobcenter für das Erreichen der Sanktionsquote unseres asozialen Sozialsystem eindeutig belegt.

        Die meisten Menschen sind als Lern-, System-, oder Konsumsklave beschäftigt oder mit sich selbst überfordert. Die Meisten von denen haben von solchen Sachen, wie Geldschöpfung aufgrund von Schulden ohne Deckung durch Sachwerte, Geldsystem in fremden Händen, exponentielles Zinssytem und der dadurch bedingte Wachtstumszwang der Realwirtschaft, welche überflüssige und völlig sinnentleerte Dienstleistungen, wie Call-Center hervorgebracht haben, doch noch nie etwas gehört! Wenn die Realwirtschaft gesättigt ist, weil kein Markt unendlich ist, fangen die Probleme an. Überall fehlt Geld und keiner weiß warum. Das man durch Arbeiten überhaupt gar kein Geld generieren kann, sondern nur Schulden, die ein anderer aufnehmen muß – wissen auch nur die Wenigsten. Und verschulden können die Anderen sich nur, wenn sie der Bank im Gegenzug echte Sachwerte als Sicherheit überlassen. Jetzt müßte es aber doch so langsam mal bei den Deutschen im Kopf klingeln oder?

        Bei den meisten klingelt es ja erst, wenn die Arbeit weg, Einfamilienhaus weg, Porsche weg, Frau weg ist und wer ist daran jetzt schuld? Doch nicht die Arbeitslosen, die tun doch überhaupt nichts. Das ist der Preis dafür für Jahrzehnte langes wegschauen während Zentralbanken, Konzerne und Roboter, die ohne Ausgleichsabgabe und Freihandelsabkommen die Gewinne ohne jegliche Kapitalverkehrskontrolle quasi an eine Steueroase weitergeben – umgeben von schönen nackten Mädchen auf einer Südsee-Insel von der ihr noch nicht einmal wißt, daß es sie gibt und wie man da eigentlich hinkommt. Dagegen ist das Bedingungslose Grundeinkommen für 500 bis 750 Millionen Menschen in Europa mit rund 1.500 Euro im Monat nur ein Katzensprung entfernt.

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      • osthollandia schreibt:

        Lieber Aufgewachter,
        ein Bedingungsloses Grundeinkommen bekäme jeder bzw. alle. Ich bin aber überhaupt gar nicht der Meinung, dass man Mitgliedern der Familie Albrecht (Aldi-Erben) ein BGE zahlen sollte. Ich muss auch keines bekommen.

        Ich finde es richtig, dass ich Steuern und Abgaben zahle, denn ich bin gesegnet mit einem guten Job und verdiene gut.

        Es ist nicht so, dass ich das irgendjemandem missgönne. Sollten jemals die Roboter alles produzieren, was ich nicht glaube, dann könnte es funktionieren. Ich bezweifle aber, dass man es in so einem Fall braucht

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  2. Terranova Laetitia schreibt:

    Es gibt einen einfachen Lackmustest jeglicher Theorie und deren Einführung. Die Freiwilligkeit. Sollen die BGE Befürworter doch ihr BGE einführen. Warum nicht jetzt sofort. Niemand hindert sie daran. Solange sie es unter sich aumachen.

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  3. tafelritter schreibt:

    ..hier wird das halbwissen zum dogma stilisiert – schade! das scheitern des ddr-systems ist wohl eher im zusammenhang mit den politischen entwicklungen in der ehem. sowjetrepublik zu sehen, die eine öffnung des systems der ddr und die integration in die sich global verändernden strukturen und märkte des westens über jahrzehnte massgeblich verhindert haben. produktivität und produkte der ddr waren in einigen branchen durchaus gefragt und konkurrenzfähig, das system strukturell und finanziell zum zeitpunkt der wende zudem nicht bankrott. mit dem willen der mehrheit hätte ein grundlegend reformierter staat durchaus ein nachfolgemodell der ddr werden können und deutschland nicht wiedervereint werden müssen.

    die bedingslose grundsicherung wird in den meisten finanzierungsmodellen durch umschichtung von steuerlast und strukturveränderungen im system ermöglicht ohne das dem bürger damit weitere kosten entstehen.

    die idee, dass einem normalverdiener mit 2500€ netto dann 1000€ ausreichen und dieser unproduktiv zuhause bleibt ist absurd und intellektuell erstaunlich kurz gegriffen, betrachtet man z.b. ihren beitrag zu den tafeln.

    ihre in worte gegossene angst vor dem grundeinkommen ist rational unbegründet. sind sie eventuell nutzniesser von lohnsklaverei oder arbeitsverhältnissen, die durch ein grundeinkommen hinterfragt würden? insbesondere im hinblick auf die von der produktivität entkoppelte entlohnung der berufspolitiker müsste ihrerseits ein noch viel grösserer aufschrei durch die republik hallen, hier werden nicht nur mittel zu deren grundsicherung zweckentfremdet, auch haftungsrisiken bei diversen bauprojekten sind dort nicht an die akteure gebunden während diese mit millionen hantieren.
    das stört sie aber weniger oder?

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    • osthollandia schreibt:

      Das habe ich weder angenommen noch sonstwas. Ich gehe aber davon aus, das viele dann ihre produktive Arbeit reduzieren – das ist ein Unterschied.

      Wir liegen beim derzeitigen Sozialhaushalt bei 29,3 % des BIPs. Darin sind alle sozialen Leistungen enthalten, inkl. Kosten für Krankenhaus, Renten etc. Natürlich kann man da umschichten und die Gelder dafür bereit stellen, siehe oben. So groß ist der Unterschied nicht – ca. 80 Mrd. – als dass das unmöglich wäre. Aber die Steuern werden dadurch nicht sinken. Die Verbrauchssteuern nicht, die Lohnsteuern auch nicht. Polizei und Feuerwehr müssen weiter bezahlt werden und die Privatisierung von Schulen und Autobahnen wird diese Belastung nicht senken.

      Ein BGE ist aus meiner Sicht nur realistisch, wen die komplette Wertschöpfungskette umgestellt wird und menschliche Arbeit überhaupt nichts mehr dazu beiträgt, die Produktion aller Güter komplett automatisiert ist. Etwa wie bei Star Trek mit dem Replikator.

      Aber: braucht man dann noch Geld? Denn wenn man kein Geld braucht, braucht man auch kein Einkommen.

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  4. Uwe schreibt:

    Liebe osthollandia.
    Natürlich bräche alles zusammen, umarmte jeder nur nioch Bäume oder baute Trommlen. Doch davon gehen die Befürworter des BGE eben nicht aus,
    Ich kann Dich gerne mit Lietratur dazu versorgen.
    Schönen Sonntag
    Uwe

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    • osthollandia schreibt:

      Lieber Uwe,
      die würden doch nicht alle nur noch Bäume umarmen, aber dafür wäre mehr Zeit. Bring mir die Literatur mit – ich lese das gerne durch.
      Warnung: ich werde es auch durchrechenen!
      LG oh

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    • Uwe schreibt:

      Noch ein Nachtrag: Ich weiß, dass die Einführung eines BGE ohne an anderen Parametern etwas zu ändern, nicht funktionieren kann.
      Die Grundfrage ist für mich: Wollen wir, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Arbeitsleistung das zum Leben erforderliche bekommt oder nicht? Falls nein: GOTO SCHLUSS.
      Falls doch, gilt es zu überlegen, wie. Einige Anregungen dazu:
      Ausschließlich den Verbrauch besteuern, wer viel nimmt, zalht auch viele Steuern.
      Das Einkommen nach oben begrenzen: Ab 1 Mio oder 5 Mio p.a. ist Schluss, jeden Mehreinkommen fließt an die Gemeinschaft zurück.
      Zwei Preisschilder: Unsere Kosten / Ihr Preis
      Jeder, der will, zahlt von allen Einkunftsarten 10% an das Gemeinwohl. Es existiert eine Liste über die, die das tun.
      Das sind nur Ideen, die ich gefunden habe. Aber ich fürchte, dass wir schon vor diesen Ideen am Programmpunkt SCHLUSS angekommen sind.

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  5. Wolfgang Oedingen schreibt:

    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/bedingungsloses-grundeinkommen-argumente-fuer-und-wider
    Habe den link gefunden. Mein Laienverstand erlaubt mir keine Stellungnahme. Andererseits erscheinen mir die Argumente der Befürworter genauso wie die der Ablehner sinnvoll. Das
    kann eigentlich nicht sein.

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    • osthollandia schreibt:

      Doch, das kann sein. Aktuell wird mit einer kleinen Gruppe in Finnland getestet. Da das nur 2.000 Leute sind, könnte es schwierig werden, ich warte aber auf die Ergebnisse.

      Mein Punkt ist: Abkopplung von der Produktivität. Das halte ich für das Problem. Sollte ich mich aber irren, lerne ich stricken. Dann stricke ich für den Weltfrieden und lösche das Blog

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      • Klartexter schreibt:

        Aber das Einkommen (von denen die arbeiten) ist doch schon jetzt von der Produktivität abgekoppelt, sobald Automatisierung ins Spiel kommt. Oder verdienen die verbleibenden 200 Mitarbeiter einer vollautomatischen Auto- oder Chipfabrik neuerdings jeder mehrere Millionen jeden Monat, weil die vollautomatische Fabrik 100 mal produktiver ist als eine weitgehend manuelle?

        Es gibt seit einiger Zeit genau deshalb die Diskussion, ob nicht Automaten (wie auch immer man die nennt), den selben Besteuerungen unterworfen werden sollten wie die Arbeiter. Das wäre dann einer Besteuerung der Produktivität wesentlich näher als die gegenwärtige „Menschenbesteuerung“.

        Und die Befürchtung darüber, daß viele mit einem BGE möglicherweise weniger arbeiten wollen ist doch angesichts der Millionen Arbeitslose eh` lachhaft. Fachkräfte, die ordentlich bezahlt werden (!), werden weiterhin viel arbeiten, da es sich für sie lohnt. Angebot und Nachfrage eben. Die wirken heute schon, auch wenn sich einige immer wieder beschweren, es gäbe nicht genügend Nachfrage nach miesen Angeboten. Das nur, um dem womöglich kommenden Fachkräftemangel-Gejammer vorzubeugen.

        Ich bin im Übrigen nicht sicher, ob sich BGE und Krankenversicherung ausschließen müssen. Ein Asylant muß seinen Krankenhausaufenthalt ja auch nicht bezahlen, obwohl man bei seinen Bezügen durchaus Parallelen zu einem BGE sehen könnte.
        Im Ernst, vermutlich wäre es Sinnvoll, BGE und Bürgerversicherung (letztere für wirklich alle!) gleichzeitig einzuführen. Kranken- und Rentenversicherungen sind immer Solidargemeinschaften. Wenn da einige gleicher sind als andere und sich ausklinken dürfen, kommt es ganz schnell zu Schieflagen, wie wir wissen.

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  6. Pingback: Männerschnupfen und „Seid lieb“ – Briefe an Thorsten

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