Schuldenkrise, mal wieder

Nicht müde werden, tapfer gegen den Blödsinn anschreiben.

Statt Schuldenkrise kann man auch Guthabenkrise sagen. Jede einzelne Schuld besitzt immer und in jedem Fall einen Gläubiger.

Wenn ich Dir einen Euro leihe, dann habe ich einen Euro Guthaben bei Dir und Du den gleichen Euro als Schuld bei mir. Immer. Das ist so. Geht nicht anders. Heißt Saldenmechanik.

Wenn jetzt alle von der Schuldenkrise schreiben, berichten, labern, was auch immer, dann lassen sie Grundsätzlich die Guthabenseite weg, weil – und das ist das Entscheidende – das die Vermögen sind. Die Guthaben gehören den Reichen, den sog. Eliten und es sind deren Vermögen.

Dann kommen sie mit Austerität, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und dem ganzen Nonsens. Der wird aber nicht helfen. Das ist Brüningsche Sparpolitik. Das hilft nie. Und das kann auch nicht helfen, weil Ursache und Wirkung vertauscht werden, nicht bekannt sind, was auch immer.

Beispiel

Das sind die Rahmenbedingungen:

Staatshaushalt steht in der Kreide, also müssen wir sparen, „den Gürtel enger schnallen“. Arbeitslosigkeit bei sagen wir 6 %, also Lohnkürzungsprogramm, „Price themselves back to the market“, die Arbeitslosen wollen nur nicht arbeiten, sonst würden sie ihre Haut billiger zu Markte tragen. Binnenachfrage robust, Aussenhandel stabil und ausgeglichen, eigene Währung vorhanden, Inflation bei 2%, Wechselkurs zum Euro 1:1, Verschuldung zum BIP 100%, Lohnstückkosten 1,5 Gerumpel (unsere Währung)

Jetzt machen wir Austerität, wegen zuvielen Schulden, Kürzen die Löhne um 15 %, die Renten gleich mit. Was passiert?

Die Binnennachfrage bricht ein, die Arbeitslosigkeit steigt, die Steuereinnahmen sinken, Sozialausgaben steigen, die Verschuldung steigt, wir müssen aufwerten, im Aussenhandel ist das sofort wieder weg.

Wenn ich keine eigene Währung habe, sinken meine Lohnstückkosten auf sagen wir 1,2 Euro, und ich mache einen Aussenhandelsüberschuss, meine Arbeitslosen werden trotzdem mehr, die Binnennachfrage sackt trotzdem weg, die Verschuldung steigt weiter, denn die Leute haben kein Geld. Zusätzlich mache ich aber mit meinen Billig-Preisen die Märkte für meine Nachbarn kaputt. Bagger their Neighbour nennt man das.

Warum passiert das?

Für jede Sache, die ich produziere, brauche ich einen Käufer. Verkaufe ich mein Zeug nicht, muss ich den Laden zu machen. Meine 15 Angestellten muss ich entlassen, statt selber Nachfrager zu sein und Steuern zu zahlen, bekommen die dann Staatsknete, weshalb die Staatsverschuldung steigt.

Das ist alles. Ich kann noch so tolle Sachen billig anbieten, ohne Nachfrage nutzt es nichts.

Gegen Staatsverschuldung hilft nur Geld ausgeben und Geld umverteilen.

Wenn ich will, dass meine Steuereinnahmen steigen weil meine Verschuldung so hoch ist, dann muss ich denen die Schulden wegnehmen, die sie als Guthaben besitzen, und das sind immer noch die Reichen. Da macht man dann Vermögensteuern oder Erbschaftssteuern.

Wenn ich will, das meine Arbeitslosen weniger werden, dann muss ich die Kaufkraft stärken. Hat die Masse an Leuten mehr Geld in der Tasche, können die auch mehr ausgeben, dann werden Autos gekauft, und Garagen repariert und Häuser renoviert und qualitätsbewusst beim Bäckermeister die Brötchen geholt. Und dann kann der Bäckermeister noch einen Gesellen einstellen, und der kauft sich neue Schuhe und lässt sein Auto von der Meisterwerkstatt reparieren, und der KFZ Meister stellt dann auch einen Gesellen ein usw.

So kann man die Probleme loswerden.

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Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
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