Was Geld sein sollte und was Geld ist

Geld soll ein universelles Tauschmittel sein, es soll einen Wertmaßstab darstellen und zur Wertaufbewahrung dienen. Das alles ist Geld NICHT.

Zum Tauschen benötigt man kein Mittel, wenn ich einen Apfel gegen eine Birne tausche, dann habe ich einen Austausch 1:1. Wenn ich ein Auto haben will, ist es seltsam, wenn ich dafür nur einen Kugelschreiber anbiete, das wäre aber immer noch ein Tausch 1:1. Lasse ich mich darauf ein, für eine Melone 3 Zitronen zu geben, habe ich einen Preis, denn damit liegt der Wert einer Melone bei 3 Zitronen. Das wäre dann ein Kauf. Geld habe ich dafür nicht benötigt, denn als Zahlungsmittel dienen die Zitronen. Lediglich nach juristischer Definition verlangt der Kauf Geld als Grundlage.

Ein Maßstab ist zum Beispiel ein Meter, es stellt keinen eigenen Wert an sich dar. Der Maßstab definiert immer das Maß völlig gleich und nie unterschiedlich. 1 Meter ist 1 Meter bleibt 1 Meter, egal wo ich bin, egal was ich messe und egal wer misst, er ist unveränderbar. Wäre es anders, könnte man das Eichamt abschaffen. Geld aber hat einen faktischen Eigenwert, denn wenn die Nachfrage nach diesem Geld steigt, dann steigt sein Kurs in den Devisenmärkten. Inflation im inneren, Wechselkurse nach außen, dieser Maßstab ist alles andere als unveränderlich.

Um Werte aufzubewahren taugt Geld ebenfalls nicht, denn dafür müssten die Werte in Geld handelbar sein. Ich müsste also meinen Mann, meine Kinder, die Fotos und unsere Freunde verkaufen und den Erlös, also die Banknoten könnte ich mir in den Tresor legen, jedenfalls wenn ich meine wertvollsten Besitze, meinen wahren Reichtum aufbewahren wollte.

Die Definitionen aus den Lehrbüchern taugen also nicht, der logische Menschenverstand widerlegt diese Theorie.

Trotzdem ist Geld natürlich als Zahlungsmittel praktisch, um den Alltag zu bewältigen. Lebensmittelkauf, Lohnzahlungen, Zahlung an den Friseur usw. Aber: Geld hat auch unangenehme Auswirkungen, wie Korruption, Raub, das Abhängig machen oder auch Manipulation.

Unser heutiges Geld ist also ein Zahlungsmittel. Es hat einen eigenen Wert, darum steigen und die fallen die Preise. Aber wozu dann die falschen Lehren über Geld? Wem nutzt denn das?

Ich erlaube mir an dieser Stelle Prof. Dr. Franz Hörmann zu zitieren, der eine sehr schöne Erklärung im ORF gegeben hat:

“Bedruckte Zettel und Zahlen im Computer kann ich grenzenlos erfinden, und solange die Menschen glauben, diese Zahlen im Computer repräsentierten Werte, werden Sie zu absurden Handlungen verleitet.”

Man muss verstehen, wie unser Geld entsteht, wie es geschöpft wird.

Die meisten Menschen denken, Geld würde entstehen, wenn der Staat die lustigen Zettel bedrucken lässt. Das stimmt, aber nur für weniger als 10 %, denn die Geldmenge besteht nicht nur aus Bargeld, sondern auch aus Giralgeld. Giralgeld ist das Geld, welches sich auf den Sichtkonten befindet. Giralgeld ist der Zahlungsanspruch auf Bargeld der Bankkunden an die Bank, d.h. nicht nur die Guthaben, sondern auch die zur Verfügung stehenden Dispokredite, die nicht genutzt werden.

Was ist jetzt die Geldschöpfung, wie entsteht unser Geld? Grundsätzlich haben wir ein Schuldgeldsystem, d.h. unser gesamtes Geld entsteht durch Schulden, Kredite. Der Staat leiht sich das Geld von der Zentralbank und die Zentralbank lässt es drucken. Würde der Staat sich kein Geld von der Bank leihen, hätten wir kein Bargeld. Unsere Banken haben das Geldschöpfungsmonopol, nicht etwa der Staat. Für die Geldbedarfe des Staates schöpft die Zentralbank das Geld, für alle anderen erledigen das die Geschäftsbanken.

Kommt ein Kunde in eine Geschäftsbank und benötigt, sagen wir 10.000 €, so erhält er diese als Kredit. Der Buchungssatz lautet Forderung an Verbindlichkeit, beide Buchungen gehen an das gleiche Konto. Die Bank verleiht also Geld, das sie nicht nur gar nicht hat, sondern das es nicht einmal gibt und daher erst geschöpft werden muss. Nach den gültigen Gesetzen ist sie verpflichtet, ca. 3 % der Kreditvolumina als Giralgeld zur Zahlungsreserve zu halten. Im Klartext: ein nicht benötigter Dispo von 300 € reicht als Absicherung völlig aus.

Natürlich gibt es den Kinderglauben, das Oma Emma von ihrer schmalen Rente 50 € jeden Monat aufs Sparbuch packt und diese Sparguthaben die Kredite seien. Nun, ein Kinderglaube, das stimmt seit der industriellen Revolution schon nicht mehr.

Die Banken schöpfen also das Geld, was sie nicht schöpfen sind die Zinsen. Die Zinsen sind nie in der Geldmenge enthalten, deshalb müssen sich die Schuldner dieses Geld untereinander abjagen. Diesen Vorgang nennt man dann Wettbewerb.

Genau dieser Wettbewerb ist aber der Grund, warum man das macht. Damit kann man die Menschen nach Belieben manipulieren und aufeinander hetzen. Die Menschen werden damit abhängig.

Advertisements

Über osthollandia

Ich bin die Tochter von Engelbert.
Dieser Beitrag wurde unter Ökonomie abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s